Sonnenschutz bei Aussenarbeiten: LSF 30 oder 50?

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MaxQ-Redaktion
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Zuletzt geprüft: 25. September 2026

Was der Lichtschutzfaktor aussagt

Der Lichtschutzfaktor (LSF, englisch SPF) beschreibt, wie stark ein Produkt vor UVB-Strahlung schützt, gemessen im Labor mit einer genormten, recht dicken Auftragsmenge. Unter diesen Bedingungen hält LSF 30 rund 97 Prozent der UVB-Strahlung ab, LSF 50 rund 98 Prozent. Der Unterschied wirkt klein, bedeutet aber, dass bei 50 etwa ein Drittel weniger Strahlung auf die Haut gelangt als bei 30.

Im Arbeitsalltag wird fast immer weniger Creme aufgetragen als im Labor, Schweiss und Reibung tragen sie zusätzlich ab. Der tatsächliche Schutz liegt deshalb meist deutlich unter dem aufgedruckten Wert. Genau darum ist ein höherer Faktor bei langen Einsätzen draussen eine sinnvolle Reserve.

Auch auf UVA achten

Der LSF bezieht sich auf UVB. Achten Sie zusätzlich auf ein UVA-Symbol auf der Verpackung, denn UVA dringt tiefer in die Haut ein und durchdringt auch Wolken und Fensterglas.

Wann 30 reicht und wann 50 besser ist

SituationEmpfehlungBegründung
Kurze Aussenarbeiten, überwiegend im SchattenLSF 30 kann genügenBegrenzte Belastung, sofern konsequent nachgetragen wird
Ganztägige Arbeit auf offenem GeländeLSF 50Lange Exposition, Schweiss und Wind reduzieren den Schutz
Dach, Fassade, helle Beläge, Wasser, Metall, SchneeLSF 50Reflexion erhöht die Strahlung, oft stärker als erwartet
Reinigung mit häufigem Wechsel zwischen innen und aussenLSF 50Nachtragen wird bei Unterbrüchen leicht vergessen
Arbeiten in der Höhe oder in den BergenLSF 50Die UV-Intensität nimmt mit der Höhe zu

Für die meisten Betriebe im Bau, im Garten- und Landschaftsbau oder in der Gebäudereinigung ist LSF 50 deshalb der pragmatische Standard von Frühling bis Herbst. Ein einheitliches Produkt vereinfacht Einkauf, Lagerung und Instruktion und vermeidet Diskussionen im Team.

Auftragen und Nachtragen im Arbeitsalltag

Ein hoher Faktor nützt wenig, wenn er nur einmal am Morgen aufgetragen wird. Wirksam wird Sonnenschutz erst mit einem Rhythmus, der zu Schicht und Pausen passt.

  • Vor Arbeitsbeginn grosszügig auftragen, auch auf Ohren, Nacken, Nasenrücken und Handrücken.
  • Etwa alle zwei Stunden nachtragen, spätestens in jeder Pause und nach starkem Schwitzen.
  • Nachtragen verlängert die Schutzdauer nicht, es erhält nur den Schutz.
  • Wasserfeste oder sportliche Formulierungen haften bei Schweiss besser.
  • Für Lippen einen Stift mit Lichtschutzfaktor bereithalten.
Ein konsequent nachgetragener LSF 30 schützt besser als ein LSF 50, der am Morgen aufgetragen und danach vergessen wird.

Mehr als Sonnencreme: die Rangfolge der Massnahmen

Im Arbeitsschutz gilt die Reihenfolge technisch vor organisatorisch vor persönlich, in der Schweiz oft als STOP-Prinzip bezeichnet. Sonnencreme ist die letzte Stufe und ergänzt die anderen Massnahmen, sie ersetzt sie nicht.

EbeneBeispiele
TechnischSonnensegel, Schirme und Beschattung an festen Arbeitsplätzen
OrganisatorischAnstrengende Arbeiten in die Morgenstunden legen, Pausen im Schatten, Rotation bei exponierten Aufgaben
PersönlichLangärmlige, dicht gewebte Kleidung, Helm mit Nackenschutz oder Kappe mit Krempe, Sonnenbrille, Sonnencreme

Arbeitgeber sind in der Schweiz verpflichtet, die Gesundheit der Mitarbeitenden mit angemessenen Massnahmen zu schützen. Die Suva stellt dazu Informationsmaterial für Arbeiten unter Sonneneinstrahlung bereit. Für branchenspezifische Fragen lohnt sich der Beizug der Sicherheitsfachperson.

Regeln für den Betrieb festlegen

  1. Einsatzorte nach UV-Belastung einteilen: Dauer, Schatten, reflektierende Flächen.
  2. Einen Standard festlegen, im Zweifel LSF 50 mit UVA-Schutz, und ihn zentral beschaffen.
  3. Sonnenschutz dort deponieren, wo gearbeitet wird: im Fahrzeug, in der Baracke, im Reinigungswagen.
  4. Nachtragen an feste Zeitpunkte koppeln, etwa Znüni, Mittag und Zvieri.
  5. Kleidung und Kopfbedeckung als Teil der Ausrüstung abgeben.
  6. Neue und temporäre Mitarbeitende bei Arbeitsbeginn instruieren.

Akzeptanz ist der Engpass

Produkte, die kleben, brennen in den Augen oder weisse Spuren auf dunkler Kleidung hinterlassen, werden im Team schnell weggelassen. Testen Sie zwei oder drei Produkte mit den Mitarbeitenden, bevor Sie sich auf einen Standard festlegen.

Häufige Fragen

Reicht LSF 30 für einen ganzen Arbeitstag draussen?
Nur bei geringer UV-Belastung, viel Schatten und konsequentem Nachtragen. Für einen vollen Tag in offener Sonne ist LSF 50 die stabilere Wahl.
Braucht es auch bei bewölktem Himmel Sonnenschutz?
Ja. Ein grosser Teil der UV-Strahlung dringt durch leichte Bewölkung. Orientieren Sie sich am UV-Index des Wetterdienstes statt an der gefühlten Wärme.
Ist LSF 50 automatisch die bessere Lösung?
Nicht automatisch. Der Faktor bietet mehr Reserve, wirkt aber nur, wenn genügend aufgetragen und regelmässig nachgetragen wird. Die gelebte Teamregel ist entscheidend.
Spielen helle Flächen wirklich eine Rolle?
Ja. Helle Beläge, Glas, Metall, Wasser und Schnee reflektieren UV-Strahlung und erhöhen die Belastung, auch auf Hautpartien, die sonst im Schatten liegen.
Wer bezahlt den Sonnenschutz?
Schutzmassnahmen, die aufgrund der Arbeit nötig sind, gehören grundsätzlich zur Verantwortung des Arbeitgebers. Klären Sie Details mit Ihrer Sicherheitsfachperson oder dem Branchenverband.

Bei Hautveränderungen, die sich verändern oder nicht abheilen, sollten Mitarbeitende eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.